Eine Segelregatta organisieren.
Eine praktische Checkliste für Wettfahrtleiter im Verein – von der Ausschreibung bis zur letzten Crew an Land, mit den Regeln, die du brauchst (RRS 2025–2028), und kostenlosen Tools für jeden Schritt.
Vor dem Regattatag
Der größte Teil einer guten Regatta passiert Wochen vorher am Schreibtisch. Nach den RRS veröffentlicht der Veranstalter eine Ausschreibung (Regel 89.2) und die Wettfahrtleitung Segelanweisungen (Regel 90.2). RRS Anhang J listet auf, was jeweils enthalten sein muss; der Notice of Race Guide und der Sailing Instructions Guide von World Sailing geben empfohlene Formulierungen.
- Ausschreibung – was ein Teilnehmer braucht, um über die Meldung zu entscheiden: Regeln, Teilnahmeberechtigung, Meldung, Zeitplan, Revier, Wertung, Risikohinweis, Datenschutz. Zusammen mit dem Meldeformular veröffentlichen.
- Segelanweisungen – wie die Wettfahrten ablaufen: Zeitplan, Klassenflaggen, Bahnen, Bahnmarken, Start- und Ziellinie, Zeitlimits, Strafen, Proteste, Wertung, Sicherheit. Vor der Wettfahrt zur Verfügung stellen (Regel 25.1).
- Wettfahrtpersonal – der Wettfahrtleiter, das Team der Wettfahrtleitung, das Protestkomitee oder ein Schiedsrichter, und wer über die Sicherheit entscheidet.
- Bahn und Bahnmarken – Bahnen, die zum Revier und zum Windbereich passen, Bahnmarken, die gut sichtbar sind und dort liegen, wo Boote sie sicher runden können.
- Sicherheit – ein schriftliches Konzept für den Regattatag: Rollen, Sicherungsboote und ihre Besatzungen, Wettergrenzen, das Verfahren zum Ab- und Anmelden, Notrufnummern und wie ein Notfall abläuft.
- Meldungen und Ratings – die Meldeliste mit Segelnummern und, bei Handicapregatten, das Rating jedes Boots aus seinem Messbrief oder der Vereinsliste.
Die Ausrüstung der Wettfahrtleitung
- Flaggen: jede Klassenflagge, P (und I, Z, U oder die schwarze Flagge, wenn deine Segelanweisungen sie nutzen), AP, X, Erster Hilfsstander, N, S, die orange Flagge für die Startlinie und die blaue Flagge für das Ziel.
- Ein Signalhorn (und ein Ersatz), eine zuverlässige Uhr mit Netzzeit, eine Stoppuhr oder ein Timer.
- UKW-Funkgeräte auf dem Kanal aus den Segelanweisungen; eine Tafel für das Bahnsignal.
- Zielprotokolle, Bleistifte, ein Klemmbrett – oder das Regattabüro auf Handy oder Tablet.
- Die Segelanweisungen, die Meldeliste, das Sicherheitskonzept und die Notrufnummern auf Papier.
Am Regattatag
- Die Vorhersage mit deinen Wettergrenzen abgleichen und früh entscheiden. Bei Bedarf an Land mit AP verschieben (mit Flagge D in den Segelanweisungen warten die Boote an Land, bis sie gesetzt wird).
- Die Teilnehmer einweisen, wenn es eine Steuerleutebesprechung gibt – die Bahn, der UKW-Kanal, alles, was sich geändert hat (Änderungen der Segelanweisungen müssen so ausgehängt werden, wie es die Segelanweisungen vorsehen).
- Jedes Boot abmelden: eine Austragliste, eine Steckliste – oder den Regatta-Code, wenn die Regatta auf VesselSOS Racing läuft.
- Die Startlinie ungefähr rechtwinklig zum Wind und lang genug für das Feld legen: Eine gängige Faustregel ist 1,5 × Anzahl der startenden Boote × ihre Länge.
- Die Bahn spätestens mit dem Ankündigungssignal anzeigen und das Startverfahren fahren (nächster Abschnitt).
- Den Start beobachten, Rückrufsignale sofort setzen, zu frühe Boote notieren.
- Bahn verkürzen (Flagge S) oder abbrechen (Flagge N), wenn die Bedingungen oder die Uhr es erfordern, mit den Schallsignalen aus den Wettfahrtsignalen.
Die optischen Signale sind maßgebend. Ein Horn, das versagt, oder ein Handy, das zu spät piept, ändert nichts: Nach RRS 26 werden die Zeiten nach den Flaggen genommen.
Den Zieldurchgang notieren
Nach den RRS 2025–2028 beendet ein Boot die Wettfahrt (geht durchs Ziel), wenn irgendein Teil seines Rumpfs die Ziellinie von der Bahnseite her kreuzt. Notiere für jedes Boot die Segelnummer und die Zeit auf die Sekunde, in der richtigen Reihenfolge – zwei Personen (eine ruft, eine schreibt) und ein Diktiergerät als Reserve sind die klassische Besetzung. Notiere Boote, die aufgeben, und Boote, deren Zieldurchgang du nicht gesehen hast; rate nie.
Zeitlimits ergeben sich aus Regel 35 und deinen Segelanweisungen: das Zeitlimit der Wettfahrt für das erste Boot und oft ein Zielzeitfenster für die übrigen.
Anmeldung, Ergebnisse und Proteste
- Jedes Boot wieder anmelden. Die Regatta ist erst vorbei, wenn jede Crew an Land erfasst ist – wer fehlt, wird sofort gesucht.
- Die Wettfahrt werten. Wenn die Segelanweisungen nichts anderes bestimmen, gilt das Low-Point-System aus Anhang A: 1 Punkt für den Ersten, 2 für den Zweiten … und ein Boot, das nicht gestartet ist, nicht durchs Ziel gegangen ist oder aufgegeben hat, erhält Punkte in Höhe der Anzahl der für die Serie gemeldeten Boote plus eins.
- Bei Handicapregatten die berechneten Zeiten aus gesegelten Zeiten und Ratings ermitteln, mit der Formel, die deine Ausschreibung nennt.
- Vorläufige Ergebnisse und die Protestfrist an der offiziellen Tafel für Bekanntmachungen aushängen.
- Anhörungen durchführen, dann die endgültigen Ergebnisse veröffentlichen – und bei einer Serie die Serienwertung mit den Streichergebnissen, die deine Segelanweisungen erlauben.
Wo VesselSOS Racing hineinpasst
VesselSOS Racing ist eine Web-App fürs Regattabüro in der Pilotphase (Vereine für die Saison 2027). Die Skipper treten mit einem 6-stelligen Code in der kostenlosen VesselSOS-App bei; der Beitritt ist die Abmeldung, die Ankunft an Land die Anmeldung. Das Regattabüro sieht jedes Boot live, mögliche Frühstarts und ausgelassene Bahnmarken als Hinweise zur Entscheidung durch den Wettfahrtleiter und vorläufige gesegelte und berechnete Ergebnisse beim letzten Zieldurchgang. Das SOS eines Teilnehmers führt auf seinem eigenen Handy zum Anruf bei der richtigen Seenotleitung und alarmiert die Wettfahrtleitung – VesselSOS alarmiert selbst nie eine Seenotleitung, und es ersetzt weder deine Sicherungsboote noch UKW.
Ein Leitfaden, nicht die Regeln. Es entscheiden deine Ausschreibung, die Segelanweisungen, die nationalen Vorschriften und die Wettfahrtleitung.
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